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Historie

Wie alles begann
1991. Ein Schauspieler aus Wien bat um einen Besuchstermin beim damaligen Bürgermeister der Stadt Klingenberg, Siegmar Markert. Er habe eine großartige Idee: Professionelles Theater wolle er auf der Clingenburg spielen. Die Burgruine mit ihrer einmaligen Atmosphäre und ihren vielfältigen künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten würde beste Voraussetzungen dafür bieten; sie schreie geradezu nach Freilichtspielen. Und er wolle einen ganz neuen Weg beschreiten: anspruchsvolles Theater ganz ohne staatliche Zuwendungen und ohne finanzielle Hilfestellung der Kommune – wirklich eine gute Idee.

Doch dauerte es drei Jahre bis die Vision Realität wurde. Dazu musste das ursprüngliche Konzept komplett überarbeitet werden, da die finanziellen Vorstellungen das Machbare bei weitem übertrafen. Auch der Stadtrat sah sich bei der vorgegebenen Größenordnung überfordert, das unternehmerische Risiko zu tragen. Damit war eigentlich diese Idee begraben.

Doch Bürgermeister Siegmar Markert gab sich damit nicht zufrieden. Ihm gelang es, Klingenberger Bürger und Geschäftsleute aus den drei Stadtteilen Klingenberg, Röllfeld und Trennfurt so zu begeistern, dass 1993 der Verein Clingenburg Festspiele e.V. gegründet wurde. Die Gründungsmitglieder übernahmen persönliche Bürgschaften. Die Stadt Klingenberg sicherte ihre Unterstützung zu. Der Heimat- und Verkehrsverein sowie der Werbering Klingenberg versprachen tatkräftige Mithilfe. 

Der Grundstein wurde gelegt
Zu der konstituierenden Versammlung am 8. November 1993 im „Haus des Gastes“ in Klingenberg kamen 90 Besucher, 80 traten sofort dem neuen Verein bei. Zum Vorsitzenden wurde Siegmar Markert gewählt. Ihm zur Seite standen Klaus Hessler als stellvertretender Vorsitzender, Christiane Wöber als Schriftführerin und Herbert Weinkötz als Kassenverwalter. Ein zwölfköpfiger Beirat wurde etabliert, der sich  in verschiedenen Arbeitskreisen um die organisatorischen Notwendigkeiten kümmerte.
Zwischenzeitlich waren auch schon die konzeptionellen Weichen gestellt. Aus mehreren Bewerbern wurde Regisseur Udo Schürmer, in München lebender Aschaffenburger, zum Intendanten ernannt. Die Aschaffenburger Werbeagentur appeal advertising GmbH wurde mit der Ausarbeitung einer gesamtheitlichen Kommunikationskonzeption beauftragt, um mit gezielter Werbung und professioneller Öffentlichkeitsarbeit die Clingenburg Festspiele bekannt zu machen und Sponsoren zu gewinnen. Der Grundstein für eine beispiellose Erfolgsstory war gelegt.

Die erste Spielzeit
Als 1994 die erste Spielzeit mit 20 Veranstaltungen über die Bühne ging, dachte niemand auch nur im Traum daran, dass die Clingenburg Festspiele heute ihren festen Platz in der Kulturlandschaft unserer Region einnehmen. Damals war man schon ein wenig stolz auf 8.500 Besucher, die zum ersten Mal „Theaterfaszination unter freiem Himmel“ erlebten. Der Zuspruch machte Mut. Im zweiten Jahr brachte Intendant Udo Schürmer Shakespeares „Der Sturm“ auf die Bühne. Erstmals wurde ein Kinderstück aufgeführt. Im Rittersaal direkt neben der Bühne wurde ein Nachtprogramm geboten. In den späteren Jahren kamen Opern-Gastspiele, Musical- und Chanson-Abende hinzu. Jahr für Jahr wuchs nicht nur die Anzahl der Stücke und Aufführungen, sondern es strömten die Besucher immer zahlreicher auf die Clingenburg.

Beeindruckende Erfolgsstory
Nach elf erfolgreichen Jahren gab es den ersten Intendantenwechsel. Von 2004 bis 2008 übernahm der Wiener Georg Mittendrein die künstlerische Leitung. Seit 2009 ist Marcel Krohn aus Berlin Intendant der Clingenburg Festspiele. 

Der Mut der Initiatoren und Festspiele-Gründer wurde eindrucksvoll belohnt. Ihnen und den vielen Helfern ist es gelungen, die Idee zu verwirklichen, professionelles Theater, gepaart mit der einzigartigen Kulisse der altehrwürdigen Clingenburg, zu einem wahren Publikumsmagneten werden zu lassen. Seit Beginn der Clingenburg Festspiele haben fast 570.000 Besucher aus Nah und Fern „Theaterfaszination unter freiem Himmel“ hautnah erlebt.

Ein Blick zurück:

2011

AIDA, Musical von Elton John und Tim Rice >> zu den Szenenfotos
Mein Freund Wickie, Familienmusical von Josef Göhlen >> zu den Szenenfotos

2010

Die lustigen Weiber von Windsor von William Shakespeare
Ronja Räubertochter nach Astrid Lindgren

2009

Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare
Cyrano de Bergerac, Musical von Wolfgang Adenberg und Marc Schubring
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer nach Michael Ende

2008

Evita, Musical von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice
Das kleine Gespenst von Otfried Preußler

2007

Pension Schöller von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby
Buddy – Die Buddy-Holly-Story von Alan Janes
Cinderella von Irene Budischowski

2006

Hamlet von William Shakespeare
Buddy – Die Buddy-Holly-Story von Alan Janes
Der Räuber Hotzenplotz von Otfried Preußler

2005

Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Kurt Weill
Pippi Langstrumpf nach Astrid Lindgren

2004

Der Kaufmann von Venedig von William Shakespeare
Ritter Rost von Jörg Hilbert und Frank Janosa

2003

The Scarlet Pimpernel, Musical von Frank Wildhorn
Das Dschungelbuch nach Rudyard Kipling

2002

Die Schwarze Spinne von Jeremias Gotthelf
Zwerg Nase nach Wilhelm Hauff

2001

Aulularia, Die Komödie vom Goldtopf von Plautus
Arielle nach Hans Christian Andersen

2000

Amadeus von Peter Shaffer
Rumpelstilzchen von Gebrüder Grimm

1999

Maria Stuart von Friedrich Schiller
Pinocchio von Carlo Collodi

1998

Der Mann von La Mancha, Musical von Dale Wassermann
Ritter Kamenbert von Blaikner/Goehlert/Wolfsgruber

1997

Der Widerspenstigen Zähmung von William Shakespeare
Der Zauberer von Oz von Lyman Frank Baum

1996

Das Käthchen von Heilbronn von Heinrich von Kleist
Die dumme Augustine von Otfried Preußler

1995

Der Sturm von William Shakespeare
Die kleine Hexe von Otfried Preußler

1994

Die Freier von Joseph Freiherr von Eichendorff

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