Finanzierung

Partner, Sponsoren und Förderer der Clingenburg Festspiele

Die Clingenburg Festspiele waren über 26 Spielzeiten ein Festival, das sich überwiegend selbst trug. Eintrittsgelder, Mitgliedsbeiträge und Sponsoren deckten den größten Teil der Kosten, die öffentliche Hand steuerte einen kleineren Anteil bei. Wer die Festspiele in den letzten Jahren unterstützte und wie die Finanzierung aufgebaut war, fasst diese Seite zusammen.

Wie sich die Festspiele finanzierten

Die Grundidee war von Anfang an unternehmerisch. 1991 trat ein Schauspieler aus Wien an den damaligen Klingenberger Bürgermeister Siegmar Markert heran und schlug professionelles Theater auf der Burgruine vor, ganz ohne staatliche Zuschüsse und ohne Geld der Stadt. In dieser Form ließ sich der Plan nicht umsetzen, die Kosten überstiegen das Machbare, und auch der Stadtrat wollte das Risiko nicht tragen. Markert gewann stattdessen Bürger und Geschäftsleute aus Klingenberg, Röllfeld und Trennfurt, und 1993 entstand der Verein Clingenburg Festspiele e.V.

Das Risiko trugen zunächst einzelne Menschen. Die Gründungsmitglieder Harald Becker, Klaus Heßler, Maria und Klaus Köhlich, Siegmar Markert, Erhard Techet, Herbert Weinkötz und Walter Wöber übernahmen persönliche Bürgschaften. Die Stadt sagte Unterstützung zu, der Heimat- und Verkehrsverein und der Werbering Klingenberg versprachen Mithilfe. Die Aschaffenburger Agentur appeal advertising erhielt den Auftrag, ein Kommunikationskonzept zu entwickeln, mit dem die Festspiele bekannt werden und Sponsoren gewinnen sollten.

Aus diesem Anfang wurde ein Modell, das lange hielt. In den meisten Jahren brachten die Festspiele etwa 85 Prozent ihrer Mittel selbst auf. Dazu zählten die Eintrittsgelder, die Beiträge der Vereinsmitglieder, Einnahmen von Sponsoren, Spenden und Verträge mit Medien. Nur rund 15 Prozent stammten aus öffentlicher Förderung. Für ein Freilichttheater mit professionellem Ensemble ist das eine hohe Eigenquote.

Genau diese Konstruktion wurde am Ende zum Problem. 2018 lag der Etat bei 1,1 Millionen Euro, für 2019 wurde er auf 1,5 Millionen Euro erhöht. Rund eine halbe Million floss in Technik und Kostüme. Die Saison 2019 zog zwar über 28.000 Besucher an, doch die Einnahmen deckten die Kosten nicht. Eine höhere öffentliche Förderung wurde angestrebt, kam aber nicht zustande, und am 31. August 2019 meldete der Trägerverein Insolvenz an. Mehr zur letzten Saison steht in der Chronik 2019.

Öffentliche Förderer

In den letzten Jahren nannten die Festspiele drei öffentliche Geldgeber: das Bayerische Staatsministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst, die Unterfränkische Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken und die Stadt Klingenberg am Main. Die Stadt war dabei mehr als ein Zuschussgeber, denn ihr gehört die Clingenburg, auf der gespielt wurde.

Business-Partner

Die Liste der Wirtschaftspartner war regional geprägt. Auf der Partnerübersicht der letzten Spielzeiten erschienen:

  • das Energieunternehmen Bayernwerk
  • die Sparkasse, bei der Sparkasse Miltenberg-Obernburg führten die Festspiele auch ihr Konto
  • WIKA, der Messtechnikhersteller mit Werk im Stadtteil Trennfurt
  • die Stadtwerke Klingenberg
  • das Weingut Wengerter aus Erlenbach
  • die Biermarke Schlappeseppel
  • die Mineralwassermarke Elisabethen
  • Teubel Marketing aus Klingenberg
  • sowie Unternehmen unter den Namen Michel, Suffel, Preissler, Lantech, Depot und APM

Einige dieser Partner waren für Besucher direkt sichtbar. Am Ausschank auf der Burg gab es 2019 Schlappeseppel-Bier vom Fass, Elisabethen-Mineralwasser und einen Rotling vom Weingut Wengerter; auf der Weinkarte standen außerdem Weine des Weinguts Rudolf Fürst aus Bürgstadt und des Weinguts Köhlich aus Klingenberg, dazu ein eigener Clingenburg-Festspielsekt.

Die Vermarktung der Partnerschaften lag bei Teubel Marketing in Klingenberg, Ansprechpartner war Harald Teubel. Angeboten wurden Business-, Medien- und Werbepartnerschaften, als stiller oder öffentlicher Sponsor. Firmen konnten die Vorstellungen auch nutzen, um eigene Veranstaltungen für Mitarbeiter, Kunden oder Geschäftspartner auszurichten.

Medienpartner

Zu den Medienpartnern zählten das Main-Echo, die Tageszeitung am bayerischen Untermain, und F.A.Z. Metropol. Daneben begleiteten weitere regionale Zeitungen und Magazine die Festspiele als Partner, auch aus dem hessischen Teil des Rhein-Main-Gebiets.

Weitere Partner

Rund um die Aufführungen gab es Kooperationen, die nicht als Sponsoring liefen. Hotels boten Übernachtungen mit Festspielarrangement an, darunter die Paradeismühle in Klingenberg, das Landhotel Heimathenhof in Heimbuchenthal und das Seehotel in Niedernberg. Für die Anreise aus dem Rhein-Main-Gebiet fuhren 2019 Festspielbusse der Reiseunternehmen STEWA-Reisen und Brückmann Reisen aus Frankfurt, Darmstadt und Aschaffenburg; Einzelheiten stehen unter Busfahrpläne.

Die wichtigste Unterstützung kam allerdings von Menschen ohne Logo. Der Verein warb um Mitglieder, um ehrenamtliche Helfer für den Auf- und Abbau von Tribüne und Versorgungsständen, für den Ausschank während der Spielzeit und um Klingenberger, die Wohnungen an Schauspieler vermieteten. Mitglieder zahlten Jahresbeiträge, als Erwachsene 36 Euro im Jahr, und bekamen dafür unter anderem ein Vorkaufsrecht und Nachlass auf Karten, wie auf der Seite zum Kartenvorverkauf beschrieben. Wie sich Spielplan und Intendanz über die Jahre entwickelten, zeigt die Chronik.

Häufige Fragen

Wie finanzierten sich die Clingenburg Festspiele?

Meist brachten die Festspiele etwa 85 Prozent ihrer Mittel selbst auf, durch Eintrittsgelder, Mitgliedsbeiträge, Sponsoren, Spenden und Medienverträge. Die übrigen rund 15 Prozent kamen aus öffentlicher Förderung.

Wer förderte die Festspiele öffentlich?

Genannt wurden das Bayerische Staatsministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst, die Unterfränkische Kulturstiftung und die Stadt Klingenberg am Main.

Wie hoch war das Budget der Festspiele?

2018 lag der Etat bei 1,1 Millionen Euro, für 2019 wurde er auf 1,5 Millionen Euro angehoben. Die Einnahmen der Saison 2019 reichten nicht, der Trägerverein meldete am 31. August 2019 Insolvenz an.

Welche Medien begleiteten die Festspiele als Partner?

Unter den Medienpartnern der letzten Jahre waren das Main-Echo und F.A.Z. Metropol, dazu weitere regionale Blätter.