Die Stücke

Musical, Schauspiel, Kinderstück, Konzert

Theater in der Burgruine

Die Stücke der Clingenburg Festspiele: Musical, Schauspiel, Konzert

Vierzehn Produktionen der Clingenburg Festspiele haben hier eine eigene Seite, von der Oper „Rigoletto“ 2013 bis zum Jugendstück „Tschick“ 2019. Sie stehen für die vier Sparten, aus denen sich fast jeder Sommer auf der Burg zusammensetzte: das große Musical, das Schauspiel, das Stück für Kinder und Jugendliche und die Gastspiele und Konzerte an einzelnen Abenden. Die Übersicht ordnet sie nach diesen Sparten, die vollständige Liste aller Jahre steht in der Chronik.

Linolschnitt: Freilichtbühne in der Burgruine Clingenburg

Musicals

Das Musical war in den 2010er-Jahren das Abendstück, das die Kasse trug, und die Titel wurden mit den Jahren größer. My Fair Lady eröffnete 2014 die Spielzeit, das Musical von Frederick Loewe und Alan J. Lerner nach Shaws „Pygmalion“ mit Liedern wie „Es grünt so grün“. 2017 folgte Cabaret von John Kander in der Regie von Marcel Krohn, eine Revue über das Berlin der frühen 1930er-Jahre mit Mariyama Ebel als Sally Bowles und Werner Wulz als Conférencier.

Den Höhepunkt setzte die Jubiläumsspielzeit 2018 mit der West Side Story. Leonard Bernsteins Musical lief 20-mal mit einem 30-köpfigen internationalen Ensemble, Timo Radünz choreografierte, Philip Tillotson leitete 15 Musiker. Ein Jahr später kam mit der Rocky Horror Show von Richard O’Brien ein Kultstück auf die Burg, bei dem das Publikum verkleidet mitspielt. Dirk Böhling führte Regie, gesungen wurde auf Englisch, gesprochen auf Deutsch.

Viele große Musicals der Festspiele haben hier keine eigene Seite, gehören aber in die Reihe. „Aida“ von Elton John lief 2011 und gilt als erfolgreichste Produktion überhaupt, 2013 folgte die deutschsprachige Erstaufführung von „Z – The Musical of Zorro“, 2015 „Dracula“ und 2016 „Hair“ in der Regie von Peter Rein. Wer die Jahre dazwischen sucht, findet sie in der Chronik.

Das Schauspiel war die Sparte, die Wolfgang Hofmann 2019 am stärksten beschnitt.

Schauspiel

Goethes Faust stand 2013 als „Faust I“ im Programm, inszeniert von Marcel Krohn, der in dieser Spielzeit auch die deutschsprachige Erstaufführung des Zorro-Musicals verantwortete. Ganz andere Töne schlug 2017 Ein Münchner im Himmel und in der Hölle an, ein bayerisches Volksstück von Alfons Schweiggert nach Ludwig Thoma und Franz von Kobells „Brandner Kaspar“. Günther Brenner spielte den Dienstmann Alois Hingerl, Konstantin Wecker sprach die Stimme Gottes vom Band.

Die letzte große Schauspielproduktion war Shakespeare in Love im Jahr 2019, die Bühnenfassung von Lee Hall nach dem Drehbuch von Marc Norman und Tom Stoppard. Intendant Wolfgang Hofmann inszenierte selbst. Die Premiere war am 19. Juli, mit der Vorstellung am 11. August 2019 endete die Geschichte der Festspiele.

Das Schauspiel war die Sparte, die Wolfgang Hofmann 2019 am stärksten beschnitt. Klassiker wie Schillers „Räuber“ 2016, Kleists „Zerbrochener Krug“ 2017 oder Lessings „Nathan der Weise“ 2018 hatten zuvor jedes Jahr ihren Platz, oft mit denselben Darstellern wie im Musical. In seiner einzigen Spielzeit blieb davon nur die romantische Komödie über Shakespeare übrig.

Kinder- und Jugendstücke

Kinderstücke hatten auf der Clingenburg einen festen Platz und oft mehr Termine als die Abendproduktionen, weil vormittags Schulklassen und Kindergärten kamen. Aladin von Samuel Renken spielte 2017 für Kinder ab vier Jahren, in der Regie von Thomas Klischke, mit fliegendem Teppich und einem sächselnden Zauberer.

2019 gab es zwei Stücke für junges Publikum. Das Sams nach Paul Maars Kinderbuch „Eine Woche voller Samstage“ von 1973 richtete sich an Kinder ab fünf Jahren und wurde von Wolfgang Hofmann inszeniert. Tschick nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf aus dem Jahr 2010 war für Jugendliche ab 12 Jahren gedacht. Oliver Pauli inszenierte die Bühnenfassung von Robert Koall, am 30. Mai 2019 eröffnete das Stück die letzte Spielzeit.

Ausstattung und Bühnenbild wechselten mit den Intendanten. Unter Marcel Krohn entwarf Isa Mehnert viele Kostüme, 2019 gestaltete Esther Bätschmann Bühne und Kostüme für „Das Sams“, „Shakespeare in Love“ und die „Rocky Horror Show“. Bätschmann stattete damit beide Inszenierungen Hofmanns und das Musical von Dirk Böhling aus, nur bei „Tschick“ übernahm Regisseur Oliver Pauli die Ausstattung selbst.

Konzerte und Gastspiele

Gastspiele füllten einzelne Abende zwischen den Eigenproduktionen. Die Oper Rigoletto von Giuseppe Verdi brachte 2013 die Opera Classica Europa unter Michael Vaccaro auf die Burg. Die Blues Brothers Tribute Show der Blue Onions gastierte 2013 und kehrte am 1. August 2017 zurück, mit Bigband in Originalbesetzung, den Soulsisters und einer Aretha Franklin auf der Bühne.

In der letzten Spielzeit gab es zwei Konzertabende. The Beatles Revival Band, 1976 in Frankfurt am Main gegründet und nach eigener Darstellung die erste Band, die sich ganz auf das Nachspielen einer einzigen Gruppe verlegte, spielte am 24. Juni 2019. Die Pink-Floyd-Tributeband echoes brachte mit Barefoot to the Moon eine akustische Show auf die Burg, am 31. Juli und wegen der Nachfrage noch einmal am 5. August 2019.

Häufige Fragen

Welche Musicals liefen auf der Clingenburg?

Unter anderem „My Fair Lady“ 2014, „Cabaret“ 2017, die „West Side Story“ 2018 und die „Rocky Horror Show“ 2019. Früher standen auch „Aida“, „Evita“ und „Z – The Musical of Zorro“ auf dem Spielplan.

Gab es Stücke für Kinder und Jugendliche?

Ja, jede Spielzeit hatte mindestens ein Kinderstück mit Vormittagsvorstellungen für Schulen und Kindergärten, etwa „Aladin“ 2017 und „Das Sams“ 2019. „Tschick“ richtete sich 2019 an Jugendliche ab 12 Jahren.

Waren alle Produktionen Eigenproduktionen?

Nein. Neben den Eigenproduktionen mit professionellem Ensemble gab es Gastspiele, etwa die Oper „Rigoletto“ der Opera Classica Europa 2013 oder Konzerte von Tribute-Bands wie der Beatles Revival Band.

Kann man diese Stücke heute noch auf der Clingenburg sehen?

Nein. Die Festspiele endeten 2019 mit der Insolvenz des Trägervereins. Seit 2021 zeigt der Verein MainMusical e.V. im Sommer eigene Musicals auf der Burg.