Gastspiel · 2013 und 2017

The Blues Brothers Tribute Show auf der Clingenburg

Schwarze Anzüge, schmale Krawatten, Hut und Sonnenbrille, auch nach Sonnenuntergang: Zweimal holten die Clingenburg Festspiele Jake und Elwood Blues in die Burgruine über Klingenberg. Das erste Gastspiel fand im Juli 2013 statt, das zweite am 1. August 2017. Beide Abende standen außerhalb der Eigenproduktionen und brachten Soul, Rhythm and Blues und eine große Bläsergruppe auf die Naturbühne.

Der Abend im Juli 2013

In der 20. Spielzeit führte der Spielplan zwei Gastspiele auf der Clingenburg: Verdis „Rigoletto“ am Dienstag, 2. Juli, und „The Blues Brothers“ am Montag, 8. Juli 2013, jeweils um 20.30 Uhr. Rundherum lief das Programm des Ensembles weiter, allen voran das Musical „Z – The Musical of Zorro“ als deutschsprachige Erstaufführung. Am Tag vor dem Blues-Abend, Sonntag, 7. Juli, hatte „Zorro“ gleich zweimal gespielt, um 15 und um 20.30 Uhr; für die Nachmittagsvorstellung gab es einen Familienrabatt, der nur in der Tourist-Information der Stadt Klingenberg zu haben war. Mehr zur Saison steht in der Chronik 2013.

Die Rückkehr am 1. August 2017

Vier Jahre später kehrten Jake und Elwood zurück. Das Gastspiel am Dienstag, 1. August 2017, um 20 Uhr war als Hommage der Band The Blue Onions angekündigt. Es begann damit zur selben Uhrzeit wie die meisten Abendvorstellungen dieses Sommers, etwa von „Cabaret“. Neben den beiden Brüdern traten eine Sängerin als Aretha Franklin mit den Soulsisters auf, dazu eine Bigband in der Besetzung des Originals. Auch einige Polizisten gehörten zur Show, eine Anspielung auf die endlosen Verfolgungsjagden des Films.

Die Karten kosteten auf den vier Rängen der Tribüne 36, 33, 30 und 27 Euro; an der Tages- und Abendkasse kamen jeweils 2 Euro hinzu. Damit lag der Abend preislich über dem Volksstück „Ein Münchner im Himmel und in der Hölle“, dessen beste Plätze 32 Euro kosteten.

Im Rückblick auf die Saison 2017 nannten die Festspiele zwei Gastspiele, die das Programm abrundeten: die Blues Brothers Tribute Show und eine Woche später, am 8. August, „Mambo Mania“. Mit diesem zweiten Gastabend schlossen sich die Tore der 24. Spielzeit. Das Ensemble hatte zuvor „Cabaret“, „Ein Münchner im Himmel und in der Hölle“, „Der zerbrochene Krug“ und das Kinderstück „Aladin“ gespielt.

The Blue Onions

The Blue Onions bezeichnen sich als Deutschlands führende Blues-Brothers-Tributeband. Die Besetzung orientiert sich an der Band aus dem Film von 1980: eine fünfköpfige Rhythmusgruppe und vier Bläser, davor die beiden Frontmänner in den Rollen von Jake und Elwood. Als Darsteller der Brüder nennt die Band Jochen Contzen und Frank Henkes. In ihrer Show treten außerdem Figuren aus dem Film auf, etwa eine Aretha Franklin mit „Think“ und „Respect“, ein Ray Charles mit „Shake Your Tailfeather“ und ein James Brown mit „Old Landmark“.

2014 erhielt die Band Besuch von einem der Erfinder: Dan Aykroyd stand bei einem Konzert der Blue Onions als Gast mit auf der Bühne. Für eine Tributeband ist das ungefähr die höchste Form der Anerkennung, die es gibt.

Die Vorlage: von „Saturday Night Live“ ins Kino

Jake und Elwood Blues entstanden als Sketchfiguren. Dan Aykroyd und John Belushi, beide im ersten Ensemble der NBC-Sendung „Saturday Night Live“, traten am 22. April 1978 erstmals als Blues Brothers auf, in einer Folge mit Steve Martin als Gastgeber. Noch im selben Jahr erschien das Album „Briefcase Full of Blues“, aufgenommen bei Auftritten im Universal Amphitheatre in Los Angeles. Es erreichte Platz 1 der amerikanischen Billboard-Charts.

1980 kam der Film „Blues Brothers“ von John Landis in die Kinos. Die Handlung ist schnell erzählt: Die Brüder bringen ihre alte Band wieder zusammen, um 5.000 Dollar für das Waisenhaus aufzutreiben, in dem sie aufgewachsen sind. Sie seien, so sagen sie, im Auftrag des Herrn unterwegs. Aus der Tournee wird eine Kette immer wilderer Verfolgungsjagden quer durch Illinois. Als Bluesmobil dienten 13 gleiche ausgemusterte Polizeiwagen vom Typ Dodge Monaco, Baujahr 1974; sieben davon wurden bei den Dreharbeiten zerstört.

Was den Film bis heute trägt, sind die musikalischen Gastauftritte: Aretha Franklin, Ray Charles, James Brown und Cab Calloway. Genau diese Nummern greifen Tribute-Shows wie die der Blue Onions auf. 1998 folgte die Fortsetzung „Blues Brothers 2000“, 2020 wurde der Film in das National Film Registry der amerikanischen Library of Congress aufgenommen.

Warum die Show in die Burgruine passte

Die Clingenburg Festspiele verstanden sich als Theaterfestival, lebten aber auch von Abenden, die ein anderes Publikum auf die Burg brachten. Unter Intendant Marcel Krohn waren das neben Opern-Gastspielen vor allem Tribute-Shows: „The ABBA Tribute Show“ 2014 und 2015, eine Queen Revival Band 2015 und zweimal die Blues Brothers. Die letzte Spielzeit 2019 setzte diese Linie mit der Beatles Revival Band und einem Pink-Floyd-Programm fort.

Häufige Fragen

Wann war die Blues Brothers Tribute Show auf der Clingenburg zu sehen?

Als Gastspiel am Montag, 8. Juli 2013, um 20.30 Uhr und vier Jahre später am Dienstag, 1. August 2017, um 20 Uhr.

Wer stand auf der Bühne?

Die Show 2017 war eine Hommage der Band The Blue Onions: Jake und Elwood, eine Sängerin als Aretha Franklin mit den Soulsisters, eine Bigband in Originalbesetzung und einige Darsteller als Polizisten.

Was kosteten die Karten 2017?

Je nach Rang 36, 33, 30 oder 27 Euro, an der Tages- und Abendkasse jeweils 2 Euro mehr.

Woher stammen die Blues Brothers?

Dan Aykroyd und John Belushi erfanden die Figuren für die NBC-Sendung „Saturday Night Live“, wo sie am 22. April 1978 erstmals auftraten. 1980 folgte der Film von John Landis.