Mit „Cabaret“ holten die Clingenburg Festspiele 2017 das Berlin der frühen 1930er Jahre auf die Burgruine über Klingenberg. Daneben standen ein bayerisches Volksstück, Kleists Lustspiel „Der zerbrochene Krug“, das Kinderstück „Aladin“ und die Wiederaufnahme eines Jugendstücks auf dem Spielplan. Intendant Marcel Krohn inszenierte drei der Produktionen selbst. Am 8. August schloss die Saison mit einem Gastspiel.
Das Programm der Spielzeit 2017
- 23. Mai 2017Jesus Mohammed geht baden – Jugendstück von Marcel Krohn, Rosengarten Klingenberg
- 14. Juni 2017Cabaret – Musical von John Kander, Premiere
- 17. Juni 2017Aladin – Kinderstück von Samuel Renken, Premiere
- 29. Juni 2017Ein Münchner im Himmel und in der Hölle – Volksstück, Premiere
- 21. Juli 2017Der zerbrochene Krug – Lustspiel von Heinrich von Kleist, Premiere
- 1. August 2017The Blues Brothers Tribute Show – Gastspiel
- 8. August 2017Mambo Mania – Gastspiel
Cabaret: zweieinhalb Stunden Kit-Kat-Club
Das Musical von John Kander (Musik), Fred Ebb (Gesangstexte) und Joe Masteroff (Buch) kam 1966 am Broadway heraus und geht auf die Berlin-Romane von Christopher Isherwood zurück. Auf der Clingenburg hatte Cabaret am Mittwoch, 14. Juni 2017, Premiere; bis zum 6. August folgten 19 weitere Abende. Marcel Krohn setzte auf eine Kostüm-Revue vor einem sparsamen Bühnenbild.
Mariyama Ebel spielte die Sängerin Sally Bowles, Fabian Baecker den Cliff. Franziska Krumwiede und Claus Wilcke gaben als Fräulein Schneider und Herr Schultz das alternde Liebespaar, Werner Wulz den Conférencier. Maik Eckhardt war Ernst Ludwig, Ramona Schmid das Fräulein Kost. Die Tänze choreografierte Timo Radünz, die Kostüme verantwortete Marianne Heide. Musikalischer Leiter war Franz Garlik, der eine sechsköpfige Band anführte. Gerade Choreografie und Arrangement bekamen viel Lob.
Ein Münchner im Himmel und in der Hölle
Alfons Schweiggert schrieb das bayerische Volksstück nach Ludwig Thomas Erzählung und Franz von Kobells „Brandner Kaspar“. Dienstmann Alois Hingerl stirbt am Biertisch, landet bei Petrus im Himmel, bekommt dort kein Bier und geht freiwillig in die Hölle. Ein Münchner im Himmel und in der Hölle feierte am 29. Juni Premiere.
Günther Brenner spielte den Alois trocken und lakonisch, Werner Wulz den Boandlkramer, also den bayerischen Tod. Ramona Schmid war die Kellnerin Kathi und spielte dabei Akkordeon. Claus Wilcke gab den Landstreicher Paule, Konrad Adams den Petrus, Maik Eckhardt den Teufel Sparifankerl. Die Stimme Gottes kam vom Band: Konstantin Wecker hatte sie eingesprochen.
Der zerbrochene Krug
Kleists Lustspiel wurde am 2. März 1808 am Weimarer Hoftheater unter Goethes Leitung uraufgeführt und fiel zunächst durch. Auf der Clingenburg hatte es am 21. Juli 2017 Premiere, wieder in der Regie von Marcel Krohn. Konrad Adams spielte den Dorfrichter Adam, Franziska Krumwiede die Marthe Rull, Werner Wulz den Gerichtsrat Walter und Nuria Mundry die Eve. Krohn mischte die alte Sprache mit modernen Elementen. Die Ausstattung stammte von Isa Mehnert.
Werner Wulz stand damit in drei Produktionen dieses Sommers auf der Bühne. Für beide Schauspiele gab es je einen Familiennachmittag: am 30. Juli für den „Münchner“ und am 6. August für den „Krug“. Jugendliche bis 18 Jahre zahlten in Begleitung ihrer Eltern dann nur 5 Euro.
Aladin und Jesus Mohammed geht baden
Für Kinder ab vier Jahren inszenierte Thomas Klischke Aladin nach dem Märchen aus Tausendundeiner Nacht, geschrieben von Samuel Renken. Premiere war am Samstag, 17. Juni, um 15 Uhr. Mit 22 Terminen, viele davon am Vormittag für Kindergärten und Schulen, war es die Produktion mit den meisten Vorstellungen. Larius Phoulivong spielte Aladin, Sandra Leitner die Prinzessin, Susanne Anders den akrobatischen Geist des Ringes. Maik Eckhardt gab den bösen Zauberer Al-Kamil mit sächsischem Einschlag, Franziska Lißmeier die Nasra.
Das Jugendstück „Jesus Mohammed geht baden“ kehrte wegen des guten Echos aus dem Vorjahr zurück. Diesmal spielte Larius Phoulivong den syrischen Flüchtling Isa, Franziska Lißmeier wieder die Tine. Die Vorstellungen fanden im Klingenberger Rosengarten und auf der Burg statt. Zur Uraufführung und ersten Besetzung steht mehr in der Chronik 2016.
Gastspiele und Ereignisse neben der Bühne
Die Blue Onions brachten am 1. August ihre Blues Brothers Tribute Show auf die Clingenburg, vier Jahre nach ihrem ersten Auftritt dort. Am 8. August folgte Mambo Mania, eine Revue mit den Songs aus „Dirty Dancing“. Außerhalb des Festspielprogramms feierte die Bigband des Musikvereins Klingenberg am 11. Juli ihren 30. Geburtstag mit einem Konzert der hr-Bigband und dem Bandoneonisten Juanjo Mosalini auf der Freilichtbühne.
Der Sommer 2017 blieb über weite Strecken trocken und warm. Welche Sänger und Schauspieler aus diesem Jahr 2018 zur Jubiläumsspielzeit zurückkehrten, zeigt die Chronik 2018. Einige, etwa Ramona Schmid und Konrad Adams, standen auch dann wieder im Volkstheater auf der Bühne.
Häufige Fragen
Was war das Hauptstück der Clingenburg Festspiele 2017?
Das Musical Cabaret von John Kander in der Regie von Marcel Krohn. Es hatte am 14. Juni 2017 Premiere und stand 20-mal auf dem Spielplan.
Wer leitete die Musik bei Cabaret?
Franz Garlik war musikalischer Leiter und führte eine sechsköpfige Band. Er spielte außerdem den Sepp in „Ein Münchner im Himmel und in der Hölle“.
Wo wurde „Jesus Mohammed geht baden“ 2017 gespielt?
Das Jugendstück lief zweimal im Rosengarten in Klingenberg und zweimal auf der Clingenburg, eine der Vorstellungen am Vormittag für Schulklassen.
Wann endete die Spielzeit 2017?
Das letzte Gastspiel, Mambo Mania, fand am 8. August 2017 statt. Damit schlossen die Festspiele für dieses Jahr.
