Spielzeit 2012

Clingenburg Festspiele 2012: Romeo und Julia, Michel und Piaf

Die Clingenburg Festspiele 2012 waren die 19. Spielzeit seit der Wiederbelebung des Freilichttheaters im Jahr 1994. Das Programm verteilte sich auf zwei Orte: die Terrassenbühne in der Burgruine über Klingenberg und den Hof des Stadtschlosses unten in der Altstadt. Rund sieben Wochen lang, vom 14. Juni bis zum 29. Juli, wechselten sich Shakespeare, Astrid Lindgren und Edith Piaf ab.

Das Programm der Spielzeit 2012

  • 14. Juni 2012Romeo und Julia – Tragödie von William Shakespeare (Premiere)
  • 21. Juni 2012Michel aus Lönneberga – Kinderstück nach Astrid Lindgren (Premiere)
  • 2. und 3. Juli 2012Venezianische Nacht – Gastspiel
  • 19. Juli 2012Piaf – Musical von Pam Gems, Schlosshof Stadtschloss (Premiere)

Romeo und Julia als Abendstück

Das Hauptstück des Sommers war Shakespeares Tragödie um die verfeindeten Häuser Montague und Capulet. Der Stoff ist mehr als 400 Jahre alt: Entstanden ist das Drama vermutlich zwischen 1594 und 1596, gedruckt wurde es erstmals 1597. Auf der Clingenburg lief es fast durchgehend an den Abenden um 20.30 Uhr, an einigen Sonntagen schon um 18.30 Uhr. Bereits die zweite Vorstellung am 16. Juni war ausverkauft.

Inszeniert hat Intendant Marcel Krohn, der die Festspiele seit 2009 leitete und „Romeo und Julia“ später in der Liste seiner eigenen Klingenberger Regiearbeiten führte. Eine Burgruine mit mehreren Spielebenen passt zu diesem Stück gut, denn Balkon, Gruft und Marktplatz lassen sich auf den Terrassen räumlich trennen, ohne dass eine Kulisse gebaut werden muss.

Wer die Verbindung zu späteren Jahren sucht: 2019 stand mit „Shakespeare in Love“ eine Komödie auf dem Spielplan, deren Handlung genau von der Entstehung dieses Stücks erzählt. Mehr dazu auf der Seite zu Shakespeare in Love.

Michel aus Lönneberga für Kinder und Schulklassen

Die Kinderproduktion folgte dem bewährten Klingenberger Muster. Viele Vorstellungen begannen um 10 Uhr vormittags und richteten sich an Kindergärten und Schulen, am Wochenende gab es Nachmittagstermine um 15 Uhr. Premiere war am 21. Juni. Wegen der Nachfrage kamen im Juli zusätzliche Vorstellungen hinzu, die im Spielplan eigens als Zusatztermine vermerkt waren.

Die Vorlage stammt von Astrid Lindgren, deren erstes Michel-Buch 1963 in Schweden erschien. Im Original heißt der Junge Emil; der deutsche Name wurde gewählt, um eine Verwechslung mit Erich Kästners Emil Tischbein zu vermeiden. Der Hof Katthult in Småland, der Tischlerschuppen und die geschnitzten Holzmännchen gehören zu den Motiven, die Kinder aus Buch und Film kennen.

Piaf im Hof des Stadtschlosses

Ein Sonderfall war das Musical „Piaf“ der englischen Autorin Pam Gems. Es wurde nicht auf der Burg gegeben, sondern im Schlosshof des Klingenberger Stadtschlosses, an fünf Abenden: am 19. Juli (Premiere) sowie vom 23. bis 26. Juli, jeweils um 20.30 Uhr. Die Titelrolle übernahm Dorina Pascu, die als Ensemblemitglied des Berliner Kabaretts Distel bekannt war und die Piaf schon früher gespielt hatte, damals ausgezeichnet mit einem Publikumspreis. Die musikalische Leitung am Klavier hatte Ralph Scheiner, am Akkordeon spielte Hauke Seifert.

Auch „Piaf – Das Musical“ zählt zu den Inszenierungen von Marcel Krohn. Der kleinere Rahmen des Renaissance-Schlosses passte zu einem Abend, der von zwei Musikern und einer Hauptdarstellerin getragen wurde. Der Schlosshof war in diesen Jahren eine zweite Spielstätte der Festspiele; schon 2011 hatte es Programm im Stadtschloss gegeben.

Gastspiel und Bilanz

Das Gastspiel „Venezianische Nacht“ war am 2. Juli angesetzt, am 3. Juli folgte eine Zusatzvorstellung. Damit brachte die Saison drei Eigenproduktionen und ein Gastprogramm.

Auffällig ist die Dichte des Kalenders. An vielen Tagen im Juni und Juli lief morgens um 10 Uhr „Michel“ für Schulklassen und abends um 20.30 Uhr „Romeo und Julia“, an den Samstagen kam statt der Vormittagsvorstellung ein Termin am Nachmittag dazu. Zwei Produktionen mit völlig unterschiedlichem Publikum teilten sich also dieselbe Bühne, oft innerhalb weniger Stunden. Für Technik und Garderobe bedeutete das Umbauten im Tagesrhythmus. Die letzte Vorstellung von „Romeo und Julia“ war am 29. Juli 2012.

Am Ende standen knapp 34.500 Besucherinnen und Besucher. Noch im Spätsommer wurde der nächste Jahrgang angekündigt, die 20. Spielzeit mit „Z – The Musical of Zorro“ als deutschsprachiger Erstaufführung, Goethes „Faust I“ und dem Dornröschen-Musical „Wachgeküsst“. Der Vorverkauf dafür sollte schon im Oktober beginnen. Wie dieser Sommer verlief, zeigt die Chronik 2013; einen Überblick über alle Jahrgänge bietet die Chronik der Festspiele.

Die Clingenburg als Spielort

Die Burgruine selbst, eine Stauferburg aus dem 12. Jahrhundert, bot mit ihrer über mehrere Ebenen verteilten Terrassenbühne und dem Blick ins Maintal den Rahmen für die Abendvorstellungen. Zur Geschichte der Anlage gibt es eine eigene Seite über die Clingenburg. Wer wissen möchte, wie Marcel Krohn zur Intendanz kam und wer vor und nach ihm die Festspiele leitete, findet die Übersicht bei den Intendanten der Festspiele.

Häufige Fragen

Welche Stücke liefen bei den Clingenburg Festspielen 2012?

Auf der Burgruine standen Shakespeares „Romeo und Julia“ und das Kinderstück „Michel aus Lönneberga“ auf dem Spielplan, dazu das Gastspiel „Venezianische Nacht“. Im Hof des Klingenberger Stadtschlosses wurde das Musical „Piaf“ gespielt.

Wer war 2012 Intendant der Clingenburg Festspiele?

Intendant war Marcel Krohn, der das Amt von 2009 bis 2018 innehatte. „Romeo und Julia“ und „Piaf – Das Musical“ gehören zu den Stücken, die er selbst inszenierte.

Wie viele Besucher kamen 2012 nach Klingenberg?

Für die 19. Spielzeit wurden knapp 34.500 Besucherinnen und Besucher gezählt, verteilt auf die drei Eigenproduktionen und das Gastspiel.

Wo wurde „Piaf“ 2012 gespielt?

Nicht auf der Clingenburg, sondern im Schlosshof des Klingenberger Stadtschlosses in der Altstadt, an fünf Abenden zwischen dem 19. und 26. Juli 2012.