Vampire, Eifersucht und eine Hexe mit einem sprechenden Raben: Die 22. Spielzeit der Clingenburg Festspiele stellte 2015 drei Eigenproduktionen nebeneinander, die unterschiedlicher kaum sein konnten. Der Sommer begann am 11. Juni mit „Dracula“ und endete Anfang August.
Das Programm der Spielzeit 2015
- 11. Juni 2015Dracula – Musical (Premiere)
- 20. Juni 2015Die kleine Hexe – Kinderstück nach Otfried Preußler (Premiere)
- 16. Juli 2015Othello – Tragödie von William Shakespeare (Premiere)
- 2015Gastspiele: Musical-Gala, The ABBA Tribute Show, Queen Revival Band, „Klara und Abbas“
Dracula als Sommermusical
Bram Stokers Roman erschien 1897; aus dem Stoff ist seither eine lange Reihe von Bühnen- und Filmfassungen entstanden. In Klingenberg stand die Musicalversion im Mittelpunkt des Sommers. Werner Wulz spielte den Grafen, Antje Eckermann die Mina Murray, Thomas Klotz den Jonathan Harker und Sascha Stead den Professor van Helsing. Regina Kletinitch war Lucy Westenra, Eddie Jordan gab den Renfield, Marc Trojan den Arthur Holmwood und Aciel Martinez Pol den Quincey Morris.
Als Dr. Jack Seward stand Franz Garlik auf der Bühne, der zwei Jahre später als musikalischer Leiter von „Cabaret“ zurückkehrte. Alexandra Kurzeja, Susanne Anders und Kumari Helbling traten als Vampirinnen auf, Nadja Görts übernahm gleich drei kleinere Rollen: Dienstmädchen, Aufseherin und Mutter.
Zur Premiere am Donnerstag, 11. Juni, bot der Verein ein eigenes Arrangement an. Ab 18.30 Uhr gab es einen Sektempfang, eine halbe Stunde später Live-Cooking von Klingenberger Gastronomen, in der Pause Rot- und Weißwein aus Klingenberg und zum Ausklang Desserts vom Büfett. Vorhang war um 20.30 Uhr. Gespielt wurde bis zum 2. August, meist an drei bis vier Abenden pro Woche. Für die Nachmittagsvorstellung am Sonntag, 14. Juni, um 15 Uhr gab es einen Familienrabatt, allerdings nur an der Vorverkaufsstelle der Tourist-Information Klingenberg.
Othello im Juli
Shakespeares Tragödie um den venezianischen Feldherrn, seine Frau Desdemona und den Intriganten Jago hatte am Donnerstag, 16. Juli 2015, Premiere. Die Besetzung war klein und dicht: Mathias Kopetzki spielte den Othello, Jane Chirwa die Desdemona, Selam Tadese den Jago. Sunga Weineck war Cassio, Kumari Helbling Emilia, Jonathan Aikins Rodrigo. Aciel Martinez Pol übernahm Fürst und Lodovico, Eddie Jordan Brabantio und Montano.
Wer beide Abendstücke sehen wollte, konnte ein Kombi-Ticket für „Dracula“ und „Othello“ kaufen. Viele Namen tauchten in beiden Besetzungslisten auf, einige auch noch im Kinderstück. Das kleine Ensemble spielte also im Sommer 2015 nicht selten morgens für Schulklassen und abends in einer Tragödie.
Die kleine Hexe für Kinder
Otfried Preußlers „Die kleine Hexe“ erschien 1957 im Thienemann Verlag und ist in 47 Sprachen übersetzt. Die Illustrationen aller Ausgaben stammen von Winnie Gebhardt-Gayler, der Rabe an der Seite der Heldin heißt Abraxas. Nach Preußlers eigener Darstellung entstand die Geschichte aus Gutenachtgeschichten, mit denen er seinen drei Töchtern die Angst vor Hexen nehmen wollte.
Die Titelrolle spielte Alexandra Kurzeja, Susanne Anders war der Rabe Abraxas. Jonathan Aikins gab die Muhme Rumpumpel. Eddie Jordan, Kumari Helbling, Aciel Martinez Pol, Marc Trojan und Franz Garlik teilten sich zahlreiche Nebenfiguren, vom Maronimann über den Ochsen Korbinian bis zum Revierförster, und jeder von ihnen spielte zusätzlich eine der Hexen. Premiere war am Samstag, 20. Juni, um 15 Uhr, danach folgten viele Vormittagsvorstellungen um 10 Uhr für Kindergärten und Schulen. Die letzte Vorstellung war am 2. August.
Für Alexandra Kurzeja war die Titelrolle ein Schritt in einer längeren Klingenberger Laufbahn: 2014 hatte sie in „Pippi Langstrumpf“ die Annika gespielt, 2019 übernahm sie das Sams. Auch Nadja Görts blieb der Burg verbunden, 2017 stand sie in „Cabaret“ auf der Bühne, 2019 arbeitete sie in der Regieassistenz.
Publikumspreis 2015
Am Ende der Saison konnte das Publikum abstimmen. Gewählt wurden Werner Wulz als Dracula, Regina Kletinitch als Lucy, Jane Chirwa als Desdemona und Selam Tadese als Jago. Bei „Othello“ lagen mehrere Darsteller fast gleichauf, bei „Dracula“ kam Sascha Stead als van Helsing den Gewinnern am nächsten. Auf etlichen Stimmkarten stand schlicht, man könne sich nicht entscheiden.
Gastspiele und Übergang
Zwischen den Eigenproduktionen gastierten eine Musical-Gala, „The ABBA Tribute Show“ und die Queen Revival Band; außerdem stand „Klara und Abbas“ im Kalender. Die Queen Revival Band kam 2016 noch einmal und beschloss mit ihrem Konzert die folgende Spielzeit.
Intendant war weiterhin Marcel Krohn, der die Festspiele seit 2009 leitete; mehr zu ihm bei den Intendanten der Festspiele. Das Vorjahr mit „My Fair Lady“ und „Jedermann“ steht in der Chronik 2014, die Spielzeit mit „Hair“ und „Die Räuber“ in der Chronik 2016.
Häufige Fragen
Welche Eigenproduktionen zeigten die Clingenburg Festspiele 2015?
Das Musical „Dracula“, Shakespeares „Othello“ und das Kinderstück „Die kleine Hexe“ nach Otfried Preußler. Für „Dracula“ und „Othello“ gab es ein gemeinsames Kombi-Ticket.
Wer gewann 2015 den Publikumspreis?
Das Publikum wählte Werner Wulz (Dracula), Regina Kletinitch (Lucy), Jane Chirwa (Desdemona) und Selam Tadese (Jago) zu seinen Lieblingen. Bei „Othello“ fiel das Ergebnis sehr knapp aus.
Wer spielte die kleine Hexe?
Die Titelrolle übernahm Alexandra Kurzeja, den Raben Abraxas spielte Susanne Anders. Premiere war am 20. Juni 2015 um 15 Uhr.
Wann war die Premiere von „Dracula“ 2015?
Am Donnerstag, 11. Juni 2015, um 20.30 Uhr, mit einem eigenen Premierenarrangement ab 18.30 Uhr.
