Spielzeit 2017 · Kinderstück

Aladin – das Kinderstück der Clingenburg Festspiele

Fliegende Teppiche über rotem Sandstein: Im Sommer 2017 war die Clingenburg vormittags und an den Wochenenden in orientalisches Licht getaucht. Das Kinderstück „Aladin“ von Samuel Renken hatte am Samstag, 17. Juni 2017, um 15 Uhr Premiere und lief bis Anfang August. Regie führte Thomas Klischke, der im selben Jahr auch das Jugendstück „Jesus Mohammed geht baden“ inszenierte.

Die Produktion 2017

„Aladin“ war das Familienstück der 24. Spielzeit, gedacht für Kinder ab 4 Jahren. Die Aufführung dauerte etwa eine Stunde. Renkens Fassung erzählte das Märchen frei und in heutigem Ton; zwischen die Szenen mischte die Inszenierung bekannte Schlager und umgedichtete Werbemelodien, die das Ensemble live sang.

Die Titelrolle spielte Larius Phoulivong, der in dieser Saison außerdem den syrischen Flüchtling Isa in „Jesus Mohammed geht baden“ gab und in „Cabaret“ als Gast auftrat. Sandra Leitner war die Prinzessin, Günther Brenner der Sultan. Maik Eckhardt spielte den bösen Zauberer Al-Kamil, und zwar sächselnd, eine der komischsten Ideen der Inszenierung. Susanne Anders übernahm den Geist des Ringes und zeigte dabei akrobatische Einlagen. Franziska Lißmeier war als Nasra zu sehen. Die Kostüme verantwortete Marianne Heide, die Leiterin der Kostümabteilung, die 2017 auch „Cabaret“ und „Ein Münchner im Himmel und in der Hölle“ ausstattete. Wer in welchen Stücken dieser Saison auf der Bühne stand, verzeichnet die Seite zu den Darstellern.

Einen eigenen Beitrag leisteten Kinder aus Klingenberg. Schülerinnen und Schüler der Dr.-Konrad-Wiegand-Schule und Kinder der katholischen Kindertageseinrichtung Sonnenschein gestalteten den Treppenaufgang zur Burg mit Geisterfiguren, Öllampen, Märchenbildern und gemalten Schätzen. Schon der Weg hinauf zur Bühne gehörte damit zur Geschichte.

Termine und Karten

Zwischen dem 17. Juni und dem 5. August 2017 standen 22 Vorstellungen im Spielplan. Elf davon begannen um 10 Uhr und waren für Kindergärten und Schulklassen reserviert; die Karten dafür liefen über ein eigenes Bestellformular. Die übrigen Termine lagen um 15 Uhr, fast alle an Samstagen und Sonntagen. Auf allen vier Rängen der Tribüne kostete eine Karte für Erwachsene 15 Euro, für Kinder von 4 bis 12 Jahren 9 Euro.

Der Stoff: ein Märchen, das erst in Paris dazukam

Die Geschichte von Aladin und der Wunderlampe gilt als Inbegriff von „Tausendundeiner Nacht“, steht aber in keiner der alten arabischen Handschriften der Sammlung. Der französische Orientalist Antoine Galland nahm sie 1712 in seine Übersetzung auf. Verfasst hatte sie der maronitische Erzähler Hanna Diyab, der Galland 1709 in Paris traf und ihm mehrere Geschichten auf Arabisch aufschrieb; die Forschung sieht ihn heute als eigentlichen Autor.

Bei Galland spielt das Märchen in China. Aladin ist der Sohn einer armen Witwe, ein Taugenichts, den ein afrikanischer Zauberer für seine Zwecke einspannt: Der Junge soll ihm eine Lampe aus einer unterirdischen Schatzhöhle holen. Als Aladin sie nicht herausgibt, wird er eingeschlossen, rettet sich mit Hilfe eines Ringgeistes und entdeckt, dass in der Lampe ein noch mächtigerer Geist wohnt. Mit dessen Hilfe wird er reich und gewinnt die Hand der Sultanstochter Badr al-Budur. Der Zauberer stiehlt später die Lampe, und Aladin muss Palast und Prinzessin zurückerobern; danach versucht auch noch der Bruder des Zauberers, sich zu rächen.

Renkens Kinderfassung konzentrierte sich auf den Kern: den mutigen kleinen Helden, den bösen Zauberer, die beiden Geister, die Mutter an Aladins Seite und einen Sultan, der den Heiratswunsch lange ablehnt. Die Prinzessin hieß hier Jasmin, ein Name, der vielen Kindern aus dem Zeichentrickfilm von Disney aus dem Jahr 1992 vertraut war. Aus Gallands langer Erzählung mit ihren zwei Racheakten wurde so ein Abenteuer von einer Stunde, das Vierjährige verfolgen können.

Kinderstücke als feste Größe der Festspiele

Ein Märchen oder ein Kinderbuch gehörte in den Jahren ab 2012 in jedem Sommer zum Programm der Clingenburg, meist mit einer langen Reihe von Vormittagsvorstellungen für Schulen und Kindergärten aus der Region. 2012 war es „Michel aus Lönneberga“, 2013 das Dornröschen-Musical „Wachgeküsst“. 2014 zog „Pippi Langstrumpf“ rund 15.000 Kinder und Erwachsene auf die Burg, 2015 folgte „Die kleine Hexe“, 2016 „Peter Pan“. Nach „Aladin“ setzte die letzte Spielzeit 2019 diese Linie mit „Das Sams“ nach Paul Maar fort.

Im Programm 2017 stand „Aladin“ neben dem Musical „Cabaret“, dem Volksstück „Ein Münchner im Himmel und in der Hölle“ und Kleists „Der zerbrochene Krug“. Viele Darsteller wechselten zwischen den Produktionen: Maik Eckhardt war am Abend Ernst Ludwig in „Cabaret“ und der Teufel Sparifankerl im „Münchner“, Sandra Leitner tanzte als eines der Cabaret-Girls. Was die Saison sonst brachte, fasst die Chronik 2017 zusammen.

Häufige Fragen

Für welches Alter war „Aladin“ gedacht?

Die Festspiele empfahlen das Stück für Kinder ab 4 Jahren. Die Aufführung dauerte etwa eine Stunde.

Wer führte Regie?

Regie führte Thomas Klischke. Der Text stammte von Samuel Renken.

Wie oft wurde „Aladin“ 2017 gespielt?

Zwischen der Premiere am 17. Juni und dem 5. August 2017 standen 22 Termine im Spielplan, die Hälfte davon als Vormittagsvorstellung um 10 Uhr für Kindergärten und Schulen.

Was kosteten die Karten?

Erwachsene zahlten auf allen Rängen 15 Euro, Kinder von 4 bis 12 Jahren 9 Euro. An der Tages- und Abendkasse kamen jeweils 2 Euro dazu.