Spielzeit 2019 · Gastspiel

The Beatles Revival Band auf der Clingenburg

Ein einziger Abend im Juni: Am Montag, 24. Juni 2019, stand die Beatles Revival Band aus Frankfurt am Main auf der Freilichtbühne der Clingenburg. Das Konzert gehörte zu den Gastspielen der letzten Festspielsaison und lag mitten in der Laufzeit der großen Eigenproduktionen. Wer an diesem Montag hinauf in die Burgruine stieg, hörte eine Band, die sich seit 1976 ausschließlich mit den Liedern der Beatles beschäftigt.

Der Abend in der Burgruine

Beginn war um 19 Uhr, eine Stunde früher als bei den meisten Abendvorstellungen der Saison. Die Veranstalter rechneten mit etwa 120 Minuten Spielzeit einschließlich Pause. Gespielt wurde auf der Naturbühne vor der roten Sandsteinmauer der Clingenburg, der gleichen Bühne, auf der in diesem Sommer die „Rocky Horror Show“ und „Shakespeare in Love“ liefen.

Die Karten kosteten je nach Rang 32, 28 oder 24 Euro, an der Abend- und Tageskasse jeweils 2 Euro mehr. Anders als bei den Eigenproduktionen gab es für das Gastspiel keine Ermäßigung für Schüler, Studenten oder Inhaber der Ehrenamtskarte; die Rabatte galten nur für die beiden Hauptstücke des Ensembles.

Im Spielplan 2019 standen die Beatles zwischen zwei ganz unterschiedlichen Welten. Am Nachmittag zuvor, am Sonntag, 23. Juni, lief um 15 Uhr noch „Das Sams“ für Kinder, am Abend desselben Sonntags die „Rocky Horror Show“. Zwei Tage nach dem Beatles-Abend folgte eine Vormittagsvorstellung von „Tschick“ für Schulklassen.

Die Band: Frankfurt, 1976

Gegründet wurde die Beatles Revival Band 1976 von vier Frankfurter Amateurmusikern: Robby Matthes (Bass und Gesang, in der Rolle Paul McCartneys), Klaus Larisch (Leadgitarre, George Harrison), Richard Kersten (Rhythmusgitarre, John Lennon) und Christian Engel (Schlagzeug, Ringo Starr). Der erste Auftritt fand am 1. März 1976 im Frankfurter Musikclub Sinkkasten statt.

Beinahe wäre es dabei geblieben. Die frühere Plattenfirma der Beatles wollte die Verwendung des Namens untersagen. Die Presse reagierte auf die ersten Konzerte aber so begeistert, dass aus dem Projekt eine professionelle Band wurde. Das Konzept war damals neu: Eine Gruppe, die nur die Stücke einer einzigen anderen Band spielt, gab es in dieser Konsequenz vorher kaum. Aus dem Erfolg solcher Formationen entwickelte sich später das, was heute allgemein als Tribute-Band bezeichnet wird.

Bereits 1978 tourte die Band durch die DDR, als erste westdeutsche Rockformation überhaupt. Weitere Tourneen führten sie unter anderem nach Mailand, Ungarn und England. Im Lauf der Jahrzehnte entstanden rund 25 Tonträger, einige davon mit deutschen Texten, und mehr als 3.000 Konzerte. 2024 nahm die Band an der Sat.1-Show „The Tribute“ teil.

Die Besetzung hat sich mehrfach verändert. Schon 1980 ersetzte Gregor Ziegler den Gründer Richard Kersten, 1981 kam Tommy Lohr für Klaus Larisch, 2001 übernahm Glen Turner die Leadgitarre.

Originalinstrumente, aber keine Verkleidung

Die Musiker spielen auf den Instrumenten und Verstärkern, die auch die Beatles benutzten, und tragen auf der Bühne deren Garderobe. Trotzdem versteht sich die Band nicht als Doppelgänger-Show. Es geht ihr um das Handwerk: den mehrstimmigen Gesang, die Gitarrenarbeit, den Klang der Sechzigerjahre, eher als um täuschend echte Frisuren. Dieser Anspruch hat sie von den vielen Beatles-Coverbands unterschieden, die ihr später nachfolgten. Auch mit Sinfonieorchestern trat sie auf, 1986 mit den Berliner Philharmonikern und 2004 mit dem Munich Symphonic Sound Orchestra.

Warum ein Beatles-Abend in der Burgruine passte

Mit der Saison 2019 änderte der neue Intendant Wolfgang Hofmann das Profil der Festspiele deutlich. Klassiker und Volkstheater verschwanden, das Programm wurde schlanker und auf populäre Stoffe ausgerichtet. Zu den Eigenproduktionen „Rocky Horror Show“, „Shakespeare in Love“, „Das Sams“ und „Tschick“ kamen zwei Musikabende von außen: die Beatles Revival Band im Juni und die Band echoes mit ihrem akustischen Pink-Floyd-Programm im Juli und August. Die akustischen Programme dieser Saison sind auf der Seite zu Barefoot to the Moon beschrieben.

Gastkonzerte hatten auf der Clingenburg eine lange Tradition. Schon unter Marcel Krohn gehörten Tribute-Shows zum Sommer, etwa die Blues Brothers Tribute Show 2013 und 2017. Für ein Publikum, das mit den Beatles groß geworden war, bot der Abend einen Grund, die Burg zu besuchen, auch wenn es mit dem schrillen Humor der „Rocky Horror Show“ wenig anfangen konnte.

Die Spielzeit 2019 endete am 11. August. Wenige Wochen später, am 31. August 2019, meldete der Trägerverein Insolvenz an. Damit war der Beatles-Abend vom 24. Juni eines der letzten Konzerte, die unter dem Namen der Clingenburg Festspiele stattfanden. Was sonst in diesem Sommer auf dem Spielplan stand, fasst die Chronik 2019 zusammen.

Häufige Fragen

Wann spielte die Beatles Revival Band auf der Clingenburg?

Am Montag, 24. Juni 2019, um 19 Uhr auf der Freilichtbühne in der Burgruine. Es war der einzige Termin der Band in dieser Spielzeit.

Wie lange dauerte das Konzert?

Angesetzt waren rund 120 Minuten einschließlich einer Pause.

Seit wann gibt es die Beatles Revival Band?

Die Band wurde 1976 in Frankfurt am Main gegründet. Ihr erster Auftritt fand am 1. März 1976 im Frankfurter Sinkkasten statt.

Welche anderen Gastspiele gab es 2019?

Neben der Beatles Revival Band trat die Band echoes mit einem akustischen Pink-Floyd-Programm auf, am 31. Juli und in einem Zusatzkonzert am 5. August 2019.