Karten für die Clingenburg Festspiele gab es über vier Wege: in der Tourist-Information in Klingenberg, online, telefonisch und an der Theaterkasse auf der Burg. Das alles gehört der Vergangenheit an. Seit der Saison 2019 hat auf der Clingenburg keine Festspielsaison mehr stattgefunden, und für die Festspiele werden keine Karten mehr verkauft. Die Burgbühne ist trotzdem nicht leer: Seit 2021 spielt dort im Sommer der Verein MainMusical e.V., 2026 etwa das Musical „Dracula“ vom 17. Juli bis 15. August (Stand: September 2026). Karten dafür verkauft der Verein selbst; mehr dazu unter Was nach 2019 auf der Clingenburg geschah. Wie der Vorverkauf organisiert war, zeigt diese Seite; was gespielt wurde, steht in der Chronik.
Die Vorverkaufsstelle in Klingenberg
Die zentrale Vorverkaufsstelle war die Tourist-Information der Stadt in der Hauptstraße 26a, untergebracht im Alten Rathaus von 1561. Ihre Öffnungszeiten richteten sich nach der Saison: Von Mitte August bis Ende April war sie werktags vormittags und nachmittags besetzt, vom 1. Mai bis 15. August durchgehend bis 18 Uhr und zusätzlich samstags am Vormittag.
Bestellen ließ sich dort auch schriftlich, per Telefon, Fax oder E-Mail. Die Bestellungen wurden in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet. Wer die Karten nach Hause geschickt haben wollte, zahlte vorab per Überweisung oder Scheck und zusätzlich 4 Euro Bearbeitungs- und Versandgebühr. Nur die Tourist-Information konnte Gutscheine für Festspielkarten einlösen, und nur sie vergab Rollstuhlplätze, und zwar bis spätestens eine Woche vor der Vorstellung.
Online, am Telefon und an der Theaterkasse
Für die Nachmittags- und Abendvorstellungen arbeiteten die Festspiele mit dem Ticketdienstleister Reservix aus Freiburg zusammen. Über dessen Online-Shop ließen sich Karten mit Lastschrift oder Kreditkarte bezahlen und entweder per Post zustellen oder zu Hause ausdrucken. Eine kostenpflichtige Tickethotline war werktags von 9 bis 19.30 Uhr erreichbar, und in früheren Jahren verwiesen die Festspiele außerdem auf eine Liste weiterer Vorverkaufsstellen.
Kurzfristig blieb die Theaterkasse auf der Clingenburg. Sie öffnete eine Stunde vor Beginn. Wer an der Tages- oder Abendkasse kaufte, zahlte 2 Euro Aufschlag pro Karte. Reservierte Karten mussten bis eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn abgeholt sein, sonst gingen sie in den freien Verkauf, und wenn sie dort liegen blieben, wurden sie dem Besteller in Rechnung gestellt.
Für die Vormittagsvorstellungen der Kinderstücke, zu denen Kindergärten und Schulen mit eigenen Gruppenpreisen kamen, lief der Verkauf gesondert über die Tourist-Information und ein eigenes Bestellformular. Einige dieser Vorstellungen fanden nicht auf der Burg, sondern im Rosengarten des Stadtschlosses statt, mit freier Platzwahl.
Preisstufen und Ermäßigungen
Die Tribüne der Freilichtbühne war in drei Ränge geteilt, und für die großen Abendstücke galten drei Preisstufen. Die Preise der letzten Saison 2019 zeigen die Struktur:
| Vorstellung 2019 | Rang 1 | Rang 2 | Rang 3 |
|---|---|---|---|
| Rocky Horror Show | 50 € | 46 € | 42 € |
| Shakespeare in Love | 36 € | 32 € | 28 € |
| Kombiticket beider Stücke | 74 € | 67 € | 60 € |
| The Beatles Revival Band | 32 € | 28 € | 24 € |
Die Kinder- und Jugendstücke hatten Einheitspreise. Für Das Sams zahlten Kinder 9 Euro, Besucher ab 11 Jahren und Erwachsene 15 Euro; Tschick kostete 16 Euro, für Schüler, Studenten und Jugendliche bis 16 Jahre 9 Euro. Die Premiere der Rocky Horror Show wurde als Paket für 86 Euro verkauft, mit Karte, Büfett, einem Glas Sekt und Bustransfer.
Bei den Eigenproduktionen gab es 4 Euro Ermäßigung für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler und Studenten, Schwerbehinderte ab 60 Prozent sowie Inhaber der Jugendleiter-Card und der Ehrenamtskarte. Den Nachweis musste man beim Einlass zeigen, und pro Karte zählte nur eine Ermäßigung. Gruppen ab 20 Personen erhielten 10 Prozent Nachlass, ab 50 Personen 20 Prozent; für Kindergärten und Schulen galten eigene Gruppenpreise. Begleitpersonen von Schwerbehinderten mit den Merkzeichen B, H oder aG kamen kostenlos hinein.
Vereinsmitglieder hatten einen eigenen Vorteil: Sie durften vor dem offiziellen Verkaufsstart kaufen und bekamen 20 Prozent Nachlass auf eine begrenzte Zahl von Karten für die Eigenproduktionen.
Regeln rund um die Eintrittskarte
Veranstalter war der Verein Clingenburg Festspiele e.V., und seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen regelten den Kauf. Weil der Verein von der Mehrwertsteuer befreit war, enthielten die Preise keine. Umtausch und Rückgabe waren ausgeschlossen, auch bei Bestellungen im Internet, für die der Verein ein Widerrufsrecht unter Verweis auf die damalige Regelung für terminierte Freizeitveranstaltungen verneinte.
Gespielt wurde bei jedem Wetter. Regenschirme durften auf der Tribüne nicht aufgespannt werden, wer auf der Burg saß, brachte also besser eine Regenjacke mit. Einlass war 15 Minuten vor Beginn, Zuspätkommende mussten bis zu einer geeigneten Pause warten. Musste eine Vorstellung abgebrochen werden, gab es das Geld nur zurück, wenn weniger als 60 Minuten gespielt waren, bei Stücken ohne Pause weniger als 45 Minuten.
Warum es keinen Vorverkauf mehr gibt
Die 26. Saison endete am 11. August 2019. Trotz über 28.000 Besuchern reichten die Einnahmen nicht, und am 31. August 2019 meldete der Trägerverein Insolvenz an. Seitdem hat keine Festspielsaison mehr stattgefunden. Alle Stücke und Jahrgänge sind in der Chronik aufgeführt, die letzte Saison unter 2019.
Häufige Fragen
Kann man noch Karten für die Clingenburg Festspiele kaufen?
Nein. Die letzte Festspielsaison endete am 11. August 2019, der Trägerverein meldete am 31. August 2019 Insolvenz an. Seitdem gibt es weder Vorstellungen noch einen Kartenverkauf.
Wo gab es Karten für die Clingenburg Festspiele?
In der Tourist-Information in der Hauptstraße 26a in Klingenberg, online über den Ticketpartner Reservix, telefonisch über eine Tickethotline und kurz vor Beginn an der Theaterkasse auf der Burg.
Wie waren die Preise gestaffelt?
Auf der Freilichtbühne gab es drei Ränge. 2019 kostete ein Platz in der Rocky Horror Show je nach Rang 42 bis 50 Euro, die Kinder- und Jugendstücke hatten Einheitspreise. An der Abendkasse kamen jeweils 2 Euro hinzu.
Konnte man Karten zurückgeben?
Grundsätzlich nicht. Eine Erstattung gab es nur, wenn eine Aufführung abgebrochen wurde, bevor 60 Minuten gespielt waren, bei Stücken ohne Pause vor 45 Minuten.
